Firmenhandy gestohlen oder kaputt? Wann haftet der Arbeitnehmer?

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Per Messenger einen Termin bestätigen oder wegen Stau aus dem Auto heraus absagen – ohne Mobilgerät geht so gut wie nichts mehr.

G anze Konferenzen werden heutzutage über mobile Geräte abgehalten. Das Kommunizieren via Smartphone steht auf der Tagesordnung – Längst ist das Diensthandy nicht mehr oberen Karriereebenen vorbehalten. Doch was passiert im Falle eines Schadens?

 
 

Bereitgestelltes Diensthandy – Finanzielles Risiko bei Haftungsschaden?

Was ist mit dem finanziellen Risiko, dem Arbeitgeber wegen meines Firmenhandys womöglich Schadensersatz leisten zu müssen? Grundsätzlich gilt es, die Fahrlässigkeit hierbei zu beurteilen. Handelt der Arbeitnehmer leicht fahrlässig, haftet er überhaupt nicht. Eine Haftung greift nur bei grober Fahrlässigkeit und natürlich Vorsatz.

 

Wie unterscheiden Sie einfache und grobe Fahrlässigkeit?

Die Unterscheidung zwischen einfacher und grober Fahrlässigkeit, wie sie regelmäßig bei solchen Haftungsbeschränkungsvereinbarungen vorgenommen wird, ist gesetzlich nicht definiert, sondern hat sich aus der Rechtsprechung entwickelt. Es gibt also keine allgemeingültige Abgrenzung, auf die man sich je nach Einzelfall berufen kann.

Die rechtliche Einordnung zwischen leichter und grober Fahrlässigkeit fällt dem juristischen Laien dadurch häufig schwer, obwohl zahlreiche Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers davon abhängen.

 
 

“Das kann ja mal passieren” vs. “Das darf nicht passieren!“

Hierbei kann Ihnen eine nützliche Faustregel helfen. Kann das Verhalten, das zum Schaden führte, mit “Das kann ja mal passieren” umschrieben werden, geht die Tendenz stark zum leicht fahrlässigen Verhalten. Würde ein Verhalten dagegen mit “Das darf nicht passieren!” beschrieben werden, befindet man sich im Bereich der groben Fahrlässigkeit.

Diese Faustregeln sind nur ein erster Anhaltspunkt. Sollte Ihnen grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden, und Sie sind sich diesbezüglich unsicher, dann wenden Sie sich an einen auf Versicherungsrecht spezialisierten Rechtsanwalt – und das, bevor Sie mit IhremArbeitgeber reden. Hier hilft es, bereits mit den rechtlichen Grundlagen vertraut zu sein und das Gespräch in die richtige und vor allem faire Richtung zu lenken.

 

In welchen Fällen haften Sie also?

Den Haftungsmaßstab der groben Fahrlässigkeit –einer berechtigten Haftungsgrundlage also- erreichen Sie leider schneller als gedacht.

Egal ob Diebstahl oder Verlust – ist das Firmenhandy weg, kann das ziemlich unangenehm werden. Ob der Arbeitnehmer dafür geradestehen muss, hängt davon ab, ob er nun grob fahrlässig gehandelt hat oder nicht. Das Handy leichtfertig im Café offen auf dem Tisch liegen zu lassen, wäre hier beispielsweise grobe Fahrlässigkeit und gibt dem Arbeitgeber bei Verlust des Handys das Recht, sich das Gerät ersetzen zu lassen.

 
 

Lassen Sie Ihr Smartphone ohne Pinnsperre offen liegen, ist das unter Umständen ebenfalls schon grob fahrlässig – zumindest dann, wenn das Gerät sensible Daten enthält. Schlimmstenfalls müssen Sie als Arbeitnehmer dann nicht nur für das Handy haften, sondern auch für den damit verursachten Schaden.

 

Wann muss ein Arbeitnehmer einen Handyschaden nicht ersetzen?

Wenn ihm das Gerät hinfällt oder er es versehentlich falsch bedient und es kaputt geht. Fällt das Smartphone zum Beispiel unabsichtlich ins Wasser oder wird aus der Jackentasche gestohlen, ist das normalerweise nur leicht fahrlässig. Hier muss der Mitarbeiter keine Rechnung befürchten.

 

Fazit

Grob oder leicht fahrlässig? Dies gilt es einzig und allein zu beurteilen, wenn es darum geht, die Haftungsfrage bei kaputtem oder gestohlenem Handy zu klären.

Grob fahrlässig und vorsätzlich verursachte Schäden zahlt der Mitarbeiter in aller Regel selbst, soweit er dazu wirtschaftlich in der Lage ist. Auch hier kommt es jedoch auf die Umstände des Einzelfalles an.

Eine grobe Fahrlässigkeit erreicht man heute sehr schnell. Arbeitnehmer unterschätzen meist ihre Haftungspflicht- leider und immer noch. Deshalb ist es notwendig, sich mit den rechtlichen Grundlagen vertraut zu machen.

“Das kann ja mal passieren” vs. “Das darf nicht passieren!” – haben Sie für die Unterscheidung der leichten und groben Fahrlässigkeit diese Faustregel im Kopf, ist Ihnen meist schon weitergeholfen. Sollten Sie sich unsicher sein, ist es ratsam, einen spezialisierten Juristen aufzusuchen, der Sie vor unangenehmen Konflikten am Arbeitsplatz bewahrt.

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